Weltmeisterschaft 2017 Liberec


 





Die Weltmeisterschaft 2017 in Liberec steht nun unmittelbar bevor. Wohin uns die Reise führen wird, werden die nächsten Tage verraten.  Los geht es wie immer am Freitag mit den Kategorien "Ladies", "Junioren" und "Veteranen". Erst im Team, dann im Einzel. Wie beider letzten Weltmeisterschaft 2015 in St. Petersburg wird auch diesmal ein (U13)-Kids- und Seniores (Ü50+)-Wettbewerb geben.

Die (Live-)Ergebnisse wird es hier geben und wenn nichts dazwischen kommen wird, auch ein paar tägliche Bilder für alle, die nicht mitkommen konnten.






Unser Team für Liberec:
Platz

Open (8)
(Team: max 10)
Veteranen (3)
(Team: max 5)
Junioren (3)
(Team: max 5)
Ladies (3)
(Team: min 3)
Special Seniors 50+

1 Valentin Dietze Thomas Haussknecht Valentin Dietze Annika Gripp
Thony Restel
2 Linus Restel
Frank Bruneske Linus Restel Ida Gripp Thomas Haussknecht
3 Leon Haussknecht Ralph Pommerenke Leon Haussknecht   Hermann Petuch
4 Thomas Haussknecht Eike Rompa (Team)
Annika Gripp (Team)    
5 Frank Bruneske Thony Restel (Team) Ida Gripp (Team)    
6 Ralph Pommerenke        
7 Eike Rompa        
8 Thony Restel        
9 Hermann Petuch
(Team)

       









Tag 1

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Donnerstag, 15. 06.2017, kurz nach 08:00 Uhr. Zeit, sich auf den Weg nach Tschechien zu machen. Jedenfalls wenn man aus dem hohen Norden kommt. Aber hej, die Reise diesmal, also nur WM, ist um die 100km kürzer als zur DM. Hatten wir zwei auch noch nicht. Naja, muss für alles eine Premiere geben. Warten wir erst einmal ab, wie gut wir durchkommen - auf unserer Dreiländer-Tour bis Liberec.

Und dann erreichte uns die Nachricht, dass Linus krankheitsbedingt die WM nicht spielen kann. Kann man machen nix ausser gute Besserung wünschen. Aber fürs Team ist es natürlich ein Verlust. 
Update: Thony will uns alle wohl doch nur verwirren oder alle anderen Nationen in Sicherheit wiegen. Gerisse Taktik, Thony! Jedenfalls kommt Linus doch mit. 

Wie lautet noch ein altes Sprichwort?   Wenn man eine Reise macht, dann kann man was erleben. Da fährt man auf der A4, schaut nach rechts und wen sieht man? Richtig, Valle und Ralph. 

So, mittlerweile sind wir alle in Liberec angekommen. Dank der "Uschi" - also Navi - von Frank hatten wir zum Einen eine sehr schöne Strecke ab Bautzen, zum anderen muss auch ein und die gleiche Adresse auswählen nicht unbedingt zwangsläufig heissen, das man an ein und dem gleichen Ziel ankommen wird. Klingt komisch, ist aber irgendwie so. Egal, eine „Touri- Tour“ wäre teurer gewesen. Slow und Leon hatten sich Google als Reiseführer ausgewählt. Sie erzählten was von "Google meldete sich mit , 'wenn sie hier abbiegen, sparen sie 5 Minuten '. Hatten wir gemacht und Google antworte mit "Sie erreichen nun militärisches Sperrgebiet". Ja, Tücken der Technik  oder so.

Nun gut, mittlerweile schmeckt das Bier und die Mischung. Die "Hände" sind noch auf der Suche nach Nahrung. Lassen wir den Abend ausklingen, morgen ab 08.00 soll es losgehen. Sage noch mal einer, DTEV-Turniere würden zu früh anfangen. 






Tag 2

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Heute geht es dann also richtig los. Morgens um 08:00 wollen die Team-Wettbewerbe starten. Wir sind pünktlich 10 vor 8 hier, doch los geht es auch nicht wirklich. Während gestern noch die Frage hier und da im Raum stand, ob wir in der Credit Home Arena oder in der Galerie drumherum spielen, war die Frage schnell geklärt. Natürlich in der Halle. Schöne Halle und wenn man zufällig irgendwann man ein Spiel aus der CHL sehen sollte, kann man immerhin behaupten: Da hab ich auch gespielt - direkt unter dem Videowürfel. Die Veteranen dürfen gleich gegen die Kroaten ran. Man merkt, der Kaffee hat noch nicht seine volle Wirkung entfalten können und die Partie geht an die Kroaten. Macht nix - dann müssen eben Punkte gegen die Russen her. Soweit zur Theorie. Dafür überraschen uns die Junioren. Sind die doch so frech und gewinnen einfach mal so gegen die Schweden. Man gönnt sich ja sonst nix. Und damit deren Nr 1 (Oscar Henriksson) wenigstens einen Sieg davon tragen kann, haben sich die Junioren erlaubt Anika für Linus einzuwechseln. Die hat zwar verloren, sich dabei aber wacker geschlagen.

Die weiteren Spiele vergehen und beide Teams schlagen sich mehr oder weniger gut. So kommt es schliesslich bei den Junioren zu einem Halbfinale gegen die Tschechen. Wer nun meinen will, das Ergebnis läge doch schon vorher fest, der sah sich getäuscht. Am Ende hiess es gerade einmal 5:4 für die Gastgeber. Klasse Leistung und mit einem Quäntchen mehr Glück wäre vielleicht mehr drin gewesen - aber egal. Geile Partie abgeliefert! Das spätere Plazierungsspiel gegen Finnland musste in Captains-Match gehen. Hier zeigte sich, man soll keinen anhand seiner Größe falsch einschätzen. Ein Finne muss nicht unbedingt über die Bande schauen. Knapp drüber reicht völlig aus.

Die "alten Säcke" hatten es bin ins "B-Finale" geschafft - klingt irgendwie besser als "Plazierungsspiel um Platz 9" - oder? Das ging dann aber an die "rüstigen Rentner" aus der Ukraine. Somit dürfen die Jungs sich dennoch "B-Weltmeister Veteranen Team" schimpfen. Könnte auch noch ein Pott für uns dabei sein - bei den vielen Pokalen, die die Tschechen da aufgebaut haben.


Momentan läuft die Vorrunde der Einzel-Wettbewerbe. Frank hat nur den Kopf geschüttelt, als er seinen Laufzettel für die Vorrunde sah. Als ich den gesehen hatte, wusste ich warum. Wieder mit den üblichen Verdächtigen zusammen - inkl. dieses sympathischen Chilenen. :) Also heisst es wieder einmal abwarten und Tee trinken, was dabei noch alles rauskommen mag.

Der Einzel-Wettbewerb begann dann gleich mal mit einer Überraschung. Annika gewann gegen Maria Miloradova, immerhin Weltmeisterin von 2013. Und was meint die Lüdde glatt: "Der Sieg war aber auch glücklich. " Mmmmh, sie darf auch einfach nur sagen, dass sie gewonnen hat. ;) Am Ende wurde sie bei ihrer ersten  WM 8. der B-Gruppe und Ida 10..

Bei den Junioren war Valle lange auf Play-Off-Kurs. Doch in den letzten Spielen lief es anders als gewollt und er wurde 9. der Vorrunde.  Linus wurde 7. und Leon 11.

Bei den Veteranen hatte es nur Slow in die B-Gruppe geschafft. Hier landete er am Ende auf dem 8. Platz. In der C-Gruppe tummelten sich neben Ralph und Frank u.a. auch noch Rolf Pöch und Cocky. Für Cocky und Frank lief es nicht ganz so prickelnd. Doch Ralph und Rolf lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen, welches Ralph mit dem C-Weltmeister- Titel für sich entscheiden konnte. Wird zwar nicht prämiert, schliesst den Tag aber positiv ab. Denke ich mal. ..

Morgen geht es dann mit der Open-Wertung weiter. Wieder erst mit der Mannschaft, später dann im Einzel. Die frohe Kunde an alle war die Mitteilung, dass es mit den Tschechen losgehen wird. Wie gut, dass wir wechseln können.  Sind ja „nur“ 7 Vorrundenpartien. Und ja, die Schweizer sind mit in der Vorrunde drin. Rolf werden wir übrigens pünktlich um 07.55 mit der Mischung aufbauen – so der Plan. Dann kann der Tag eigentlich nur gut werden. Eigentlich. .. Aber das erzählen wir in einer neuen Folge von "die WM: Schicksal und Hoffnung von vielen"






Tag 3

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Wieder beginnt der Tag mit dem Mannschafts-Wettbewerb. Hatte ich erwähnt, dass es gleich mal gegen die Tschechen los ging? Gut, macht nix. Jaa, wir haben sie gewinnen lassen.  Wie sind doch gute Gäste.  Aber zwei Unentschieden und einen Sieg haben wir uns nicht nehmen lassen. Jetzt warten die Esten auf uns.

Ja, gegen die Esten war nicht ganz so viel zu holen. Allerdings werden die sich später weniger an das Ergebnis erinnern an sich, sondern insbesondere Juri wird sich an die zwei Aspen in einem Spiel erinnern. Frank weiss halt, wie man bleibenden Eindruck hinterlässt. Und wie wir ihn kennen, wird es es sich nicht nehmen lassen, Juri auch bei einem der nächsten DTEV-Turniere den ein oder anderen Aspen zu versenken.

Die Niederlage gegen die Ungarn sollte sich später noch bitter rächen. Die Ungarn konnten wir zwar nicht schlagen.  Die Slowenen hingegen schon. Am Ende waren drei Nationen punktgleich und damit lagen wir hinter den Ungarn.  Ein Sieg mehr und die Ungar wären hinter uns. Sind sie aber eben nicht.

Nach der Vorrunde Open Team stand die Open-Runde im Einzel auf dem Plan. Wie immer lagen hier Freud und Leid eng nebeneinander.  Der Ein oder Andere mag hier und da auch ein hämisches Lachen vom Engel und Teufel auf der Schulter  vernommen haben. Aber die beiden zoffen sich ja immer, warum also auch nicht hier und heute. Am Ende schaffte Linus den Sprung in die B-Gruppe, Valle in die C-Gruppe und der Rest trifft sich morgen in Gruppe D: „D wie Deutschland“.  Einzig Nico wird morgen in der E-Gruppe um Punkte kämpfen. Aber hej, ist seine erste WM. Das wird bei der nächsten WM schon ganz anders aussehen – da sind wir uns sicher.


Zum Abschluss des 3. Tages stand das Plazierungsspiel in der Mannschaft um Platz 11 auf dem Plan. In Sportberichten heisst es häufig immer "in einer hart umkämpften Partie setzte sich am Ende ... erfolgreich durch." OK, dann eben auch hier: in einer hart umkämpften Partie setzte sich am Ende die deutsche Mannschaft erfolgreich gegen die Mannschaft aus Litauen durch. Bis zur letzten Runde hielt sie den Vorsprung von einem einzigen Sieg. Erst in der Schlussphase der letzten Runde konnten die Deutschen den Vorsprung noch etwas ausbauen und sicherten sich somit verdient den 11 Platz in der Mannschafts-Wertung. Die Tagesschau hätte es nicht besser formulieren können. Nur hätte sie übersehen, dass die Deutschen in der vorletzten Runde den Vorsprung auf 6:9 ausbauten. Aber so klingt es dramatischer.

So geht auch der dritte Tag der Weltmeisterschaft langsam zu Ende. Morgen stehen die Plazierungsspiele in den einzelnen Gruppen und die Suche nach dem neuen Weltmeister auf dem Programm.




Tag 4

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Der Abschlusstag der XV. Weltmeisterschaft steht an. Aber immerhin können wir mal ausschlafen.  Alle? Nein, der kleine wackere Haufen der "ganz alten Säcken ", also der 50 + Fraktion, dürfen wie die Tage zuvor auch schon um 08.00 anfangen. Hier schafft es Slow in die A-Gruppe,  Thony in die B- und Hermann in die C-Gruppe. In die Play-Offs hatte es keiner geschafft, doch das eigentlich rein schwedischen Duell zwischen Truls Mansson und Micael Borgh hatte dann doch noch einen "deutschen Touch". Truls entschied die Partie für sich und wurde am Ende Dritter.

In den Platzierungsspielen der Open-Wertung schlugen sich wie immer die Einen wacker, andere, so hörte man, waren froh, wenn die Runde vorbei sein wird. Linus schlug sich in der B-Gruppe richtig gut und der 11. Platz sprang am Ende für ihn heraus. In der C-Gruppe kämpften sich Valle und Leon bis auf Platz 8 bzw 9 durch. Und in der "D-wie-Deutschland" - Gruppe sprang mit den Plätzen 9 - 12 (wenn wir Cocky jetzt einfach mal mitrechnen), sowie den Plätzen 15 und 17 ein durchaus geschlossenes Mannschaftsbild heraus. Und Nico in der E-Gruppe ist nicht Letzter geworden! Chile's Nachwuchs ist also im Rennen und in Minsk in zwei Jahren sieht die Welt wie schon gestern erwähnt wieder ganz anders aus.

Btw Nachwuchs: wenn jemand meint, man müsste sich um das unendliche Potenzial junger Spieler aus Russland sorgen, der sollte dann wenigstens den Blick in Richtung Ukraine nicht vergessen. Was der Lüdde Evgeniy Matantsev da geleistet hat, Respekt! In der Open-Wertung ist er erst in der Runde der letzten 32 als 3. der Finalgruppe gegen den späteren Dritten Oscar Henriksson in sechs Spielen aus den Play-Offs geflogen. Und der ist erst 11! Wie wird der erst, wenn er groß wird? Mmmh, der älteren deutschen Fraktion wird das egal sein können. Die Zeit selbst wird die Frage von selbst beantworten…

Ach ja, einen Weltmeister gab es dann ja auch noch zu vermelden. Das Finale zwischen Maxim Borisov und Edgars Caics war an Spannung und Dramatik nicht zu überbieten. Borisov führte schon mit 3:1 in der Serie und sah wie der sichere Sieger und neuer Weltmeister aus. Doch man soll sich bekanntlich nicht zu früh freuen.  Denn Edgars sollte eine beeindruckende Aufholjagd starten. Zunächst glich er die Serie aus, die Entscheidung müsste in Spiel 7 fallen. Und da setzten die beiden noch einen drauf und die Entscheidung musste im Sudden fallen.  Der sollte auch noch mal rund 5 Minuten dauern, ehe Edgars  als Weltmeister feststehen sollte. 


Nachher kommt noch die Abschlussfeier und morgen geht es dann wieder zurück nach Hause. Und in zwei Jahren werden wir sie alle wiedersehen – die üblichen Verdächtigen, wenn man sich in Minsk zur nächsten Weltmeisterschaft wieder trifft.